Die jeweils augenärztliche diensthabende Praxis ausserhalb der Sprechstunden erfahren Sie immer aktuell unter der zentralen Notrufnummer des Kantons Aargau.
Die Makula, auch gelber Fleck genannt, ist das Zentrum unseres schärfsten Sehens. Sie liegt in der Mitte der Netzhaut und ist nur etwa ein Quadratmillimeter klein. In ihrem Zentrum befindet sich die sogenannte Fovea centralis oder Sehgrube – winzig, aber von zentraler Bedeutung: Mit ihr nehmen wir etwa 90 % unserer bewussten Umweltwahrnehmung auf.
Warum ist die Makula so wichtig?
In der Makula – und besonders in der Sehgrube – befinden sich extrem viele lichtempfindliche Sinneszellen, vor allem Zapfen. Diese ermöglichen das Farbsehen und das Erkennen feinster Details. Ob beim Lesen, Autofahren oder Gesichter-Erkennen: Ohne eine gesunde Makula wäre unser Alltag nicht denkbar.
Wann verändert sich die Makula – und warum merkt man es oft nicht?
Die häufigste Erkrankung der Makula ist die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Sie beginnt meist schleichend und unbemerkt. Im Frühstadium bemerken Betroffene oft keine Symptome – und genau das ist das Tückische: Wenn das Sehen sich deutlich verändert, ist die Krankheit häufig bereits fortgeschritten.
Erste anatomische Veränderungen zeigen sich oft schon ab dem 40. Lebensjahr – etwa durch sogenannte Drusen, kleine Ablagerungen unter der Netzhaut. Sie gelten als Vorläuferstruktur einer Makuladegeneration. 10 bis 15 Prozent der Menschen zwischen 40 und 49 Jahren zeigen bereits solche Drusen, also krankhafte Veränderungen der Netzhaut – oft ohne es zu wissen. Je älter man wird, desto häufiger treten sie auf.
Nur ein Thema für Ältere? Nein! Auch jüngere Menschen sollten ihre Makula untersuchen lassen – etwa bei hoher Kurzsichtigkeit, familiärer Vorbelastung oder bestimmten Allgemeinerkrankungen. Ebenso bei Symptomen wie verzerrtem Sehen, unscharfen Buchstaben oder welligen Linien.
Wie können wir die Makula untersuchen? Mit modernen bildgebenden Verfahren wie der OCT-Untersuchung (Optische Kohärenztomographie) erhalten wir innerhalb weniger Sekunden ein mikroskopisch genaues Bild der Makulaschichten – berührungslos und schmerzfrei.
Welche Behandlungen stehen heute zur Verfügung? Sowohl bei der feuchten als auch bei der trockenen Makuladegeneration mit Drusen stehen heute verschiedene moderne Therapien zur Verfügung. Dazu zählen intravitreale Injektionen (IVOM) mit Medikamenten, gezielte Laserbehandlungen sowie neue Ansätze, um das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen oder ihre Entstehung frühzeitig zu verhindern.
Unser Tipp:
Ab dem 40. Lebensjahr ist eine regelmässige Makulakontrolle sinnvoll – besonders bei familiärer Vorbelastung, Diabetes oder erster Sehverschlechterung. Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser können wir sie behandeln oder aufhalten.