Die jeweils augenärztliche diensthabende Praxis ausserhalb der Sprechstunden erfahren Sie immer aktuell unter der zentralen Notrufnummer des Kantons Aargau.
Kann passieren: Starke Entzündung im Augeninneren.
Was tun: Akut abklären.
Tamoxifen (Nolvadex®; Brustkrebs-Therapie)
Kann passieren: Punktförmige Ablagerungen in der Makula, selten Wasseransammlung.
Was tun: Wenn Lesen/Feinsehen schlechter wird → kontrollieren.
Niacin (Vitamin B3) – oft in hoher Dosis zur Cholesterinsenkung eingesetzt
Kann passieren: Wasseransammlung in der Makula → verschwommenes Sehen.
Was tun: Rasch ärztlich Rücksprache halten; Einnahme nicht selbst beenden.
Bestimmte „Wassertabletten“ (z. B. Hydrochlorothiazid)
Kann passieren: Selten plötzlich starke Kurzsichtigkeit und Augendruck-Anstieg mit Schmerzen.
Was tun: Sofort zum Augenarzt/Notfall.
Achtung bei „Weissmacher“-Augentropfen
Tropfen, die die Augen schnell weisser machen, sind nicht für den Dauergebrauch gedacht. Bei häufiger Nutzung kommt es leicht zu Dauer-Rötung und Trockenheit. Besser: Ursache klären lassen.
Warnzeichen – bitte ernst nehmen
Plötzlich unscharfes Sehen, Schleier oder Schatten
Im Augenzentrum Perron West prüfen wir Sehschärfe, Augeninnendruck und machen bei Bedarf hochauflösende Netzhaut-Scans und Gesichtsfeld-Tests. So erkennen wir Veränderungen früh – oft, bevor Sie etwas merken.
Hinweis: Handelsnamen können je nach Hersteller/Land variieren. Diese Übersicht ersetzt nicht das Gesprächmit Arzt oder Apotheke.
Glaskörpertrübungen erkennen, verstehen und gezielt behandeln. Viele Menschen kennen sie: tanzende Mücken im Blickfeld, die sich bei jeder Augenbewegung mitbewegen. Besonders auffällig erscheinen sie auf hellem Hintergrund – beim Blick in den Himmel, auf Schnee oder an den Bildschirm. Diese Erscheinungen heißen medizinisch Mouches volantes – französisch für „fliegende Mücken“ – und sie gehören zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Patienten augenärztliche Hilfe suchen.
Was sind Mouches volantes?
Verantwortlich ist der Glaskörper, eine gelartige, klare Substanz, die das Augeninnere ausfüllt. Mit dem Älterwerden verändert sich seine Struktur: Er verflüssigt sich, kollabiert stellenweise und es bilden sich faserige Verdichtungen. Diese werfen Schatten auf die Netzhaut, die wir als Punkte, Schlieren, Fäden oder Spinnweben wahrnehmen. Manchmal scheinen sie zu schweben, sich zu drehen oder „wegzufliegen“, sobald man versucht, sie direkt anzuschauen.
Harmlos oder gefährlich?
In vielen Fällen sind Mouches volantes harmlos. Sie entstehen altersbedingt oder im Rahmen einer beginnenden Glaskörperabhebung – ein ganz normaler biologischer Prozess.
Aber: Plötzlich auftretende, neuartige Trübungen – insbesondere in Verbindung mit Lichtblitzen, dunklem Schleier, Rußregen oder einem Gesichtsfeldausfall – können auf ein Netzhautloch oder eine Netzhautablösung hinweisen. Diese müssen umgehend behandelt werden, um bleibende Sehschäden und sogar Erblindung durch eine Netzhautablösung zu verhindern.
Auch kurzsichtige Patienten, Menschen nach einer Katarakt-OP oder mit Verletzungen des Auges tragen ein erhöhtes Risiko und sollten bei Symptomen nicht zögern.
Wie stellen wir die Diagnose?
Im Augenzentrum Perron West kombinieren wir modernste bildgebende Diagnostik mit langjähriger operativer Erfahrung:
Weitwinkel-Netzhautuntersuchung unter Pupillenerweiterung
OCT (optische Kohärenztomographie) zur hochauflösenden Darstellung von Netzhaut und Glaskörper
Laser- und Ultraschalldiagnostik, wenn erforderlich
So unterscheiden wir zuverlässig zwischen harmloser Glaskörpertrübung und behandlungsbedürftiger Netzhautveränderung.
Wie wird man sie los?
Wenn Mouches volantes das Sehen dauerhaft beeinträchtigen, gibt es heute zwei bewährte Therapien:
Laser-VitreolyseMit einem speziellen YAG-Laser können gezielte Lichtimpulse die störenden Trübungen auflösen oder verlagern – ambulant, schmerzfrei und ohne Schnitt. Viele Patientinnen und Patienten empfinden schon nach 1–2 Sitzungen eine deutliche Verbesserung.
VitrektomieBei ausgeprägten Beschwerden bietet die mikrochirurgische Entfernung des Glaskörpers (Pars-plana-Vitrektomie) eine sehr effektive Lösung: In einem etwa fünfminütigen ambulanten Eingriff wird der Glaskörper durch eine klare Flüssigkeit ersetzt – sämtliche Trübungen werden vollständig entfernt. Diese Methode ist äußerst wirksam und sorgt bei geeigneter Indikation für eine dauerhaft klare Sicht.
Unsere Erfahrung: Wer fragt, kann schnell Hilfe bekommen
Viele Betroffene leben jahrelang mit Mouches volantes – oft aus Unsicherheit oder Angst, nicht ernst genommen zu werden. Dabei gilt: Je früher die Abklärung, desto mehr Handlungsspielraum haben wir – auch therapeutisch.
Unser Tipp:
Wenn Sie unter tanzenden Mücken im Blickfeld leiden: Lassen Sie Ihre Augen kontrollieren. Nicht immer ist eine Behandlung nötig – aber wir können Ihnen sagen, ob wir etwas für Sie tun können.
Die Makula, auch gelber Fleck genannt, ist das Zentrum unseres schärfsten Sehens. Sie liegt in der Mitte der Netzhaut und ist nur etwa ein Quadratmillimeter klein. In ihrem Zentrum befindet sich die sogenannte Fovea centralis oder Sehgrube – winzig, aber von zentraler Bedeutung: Mit ihr nehmen wir etwa 90 % unserer bewussten Umweltwahrnehmung auf.
Warum ist die Makula so wichtig?
In der Makula – und besonders in der Sehgrube – befinden sich extrem viele lichtempfindliche Sinneszellen, vor allem Zapfen. Diese ermöglichen das Farbsehen und das Erkennen feinster Details. Ob beim Lesen, Autofahren oder Gesichter-Erkennen: Ohne eine gesunde Makula wäre unser Alltag nicht denkbar.
Wann verändert sich die Makula – und warum merkt man es oft nicht?
Die häufigste Erkrankung der Makula ist die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Sie beginnt meist schleichend und unbemerkt. Im Frühstadium bemerken Betroffene oft keine Symptome – und genau das ist das Tückische: Wenn das Sehen sich deutlich verändert, ist die Krankheit häufig bereits fortgeschritten.
Erste anatomische Veränderungen zeigen sich oft schon ab dem 40. Lebensjahr – etwa durch sogenannte Drusen, kleine Ablagerungen unter der Netzhaut. Sie gelten als Vorläuferstruktur einer Makuladegeneration. 10 bis 15 Prozent der Menschen zwischen 40 und 49 Jahren zeigen bereits solche Drusen, also krankhafte Veränderungen der Netzhaut – oft ohne es zu wissen. Je älter man wird, desto häufiger treten sie auf.
Nur ein Thema für Ältere? Nein! Auch jüngere Menschen sollten ihre Makula untersuchen lassen – etwa bei hoher Kurzsichtigkeit, familiärer Vorbelastung oder bestimmten Allgemeinerkrankungen. Ebenso bei Symptomen wie verzerrtem Sehen, unscharfen Buchstaben oder welligen Linien.
Wie können wir die Makula untersuchen? Mit modernen bildgebenden Verfahren wie der OCT-Untersuchung (Optische Kohärenztomographie) erhalten wir innerhalb weniger Sekunden ein mikroskopisch genaues Bild der Makulaschichten – berührungslos und schmerzfrei.
Welche Behandlungen stehen heute zur Verfügung? Sowohl bei der feuchten als auch bei der trockenen Makuladegeneration mit Drusen stehen heute verschiedene moderne Therapien zur Verfügung. Dazu zählen intravitreale Injektionen (IVOM) mit Medikamenten, gezielte Laserbehandlungen sowie neue Ansätze, um das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen oder ihre Entstehung frühzeitig zu verhindern.
Unser Tipp:
Ab dem 40. Lebensjahr ist eine regelmässige Makulakontrolle sinnvoll – besonders bei familiärer Vorbelastung, Diabetes oder erster Sehverschlechterung. Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser können wir sie behandeln oder aufhalten.